Zwischen Schuh-Panne und Podestjubel: DSW12 zeigt am Steinhuder Meer großen Kampfgeist

29/07/2026

Manchmal schreibt der Sport Geschichten, die niemand erfinden könnte. Bei den Deutschen Meisterschaften am Steinhuder Meer erlebte der DSW12 Darmstadt ein Wochenende voller Emotionen – von einer kuriosen Panne, die bundesweit für Schlagzeilen sorgte, über herausragende Einzelleistungen bis hin zum ersehnten ersten Team-Podest der Bundesliga-Saison.


Den Auftakt machte am Donnerstag die Deutsche Meisterschaft in der Mixed-Staffel. Als Titelverteidiger schickte der DSW12 Carlotta Bülck, Luis Rühl, Larissa Jasper und Lennart Sievers ins Rennen. Dass der Verein bereits früh im Mittelpunkt stehen würde, hatte allerdings nichts mit dem Renngeschehen zu tun.


Der inzwischen als „Schuhklau von Steinhude“ bekannt gewordene Vorfall sorgte für ungläubige Gesichter: Jayden Scott Koslick vom Team Potsdam griff in der Wechselzone versehentlich nach dem Laufschuh des Darmstädters Luis Rühl. Nachdem Rühl verzweifelt nach seinen eigenen Schuhen gesucht hatte, blieb ihm nichts anderes übrig, als die komplette Laufstrecke kurzerhand barfuß zurückzulegen. Was für viele Teams das Ende aller Medaillenträume bedeutet hätte, wurde für das DSW12-Team zum Sinnbild des Kampfgeistes. Denn trotz des kuriosen Zwischenfalls kämpften sich die Darmstädter auf Rang vier.


„Die Athletinnen und Athleten sind über sich hinausgewachsen und haben ein richtig tolles Rennen gezeigt“, sagte Teamleiter Uwe de Mas. Dabei besonders hervorzuheben ist Lennart Sievers, der mit der schnellsten Schlussläufer-Zeit des gesamten Feldes ein echtes Ausrufezeichen setzte.

Auch zwei Tage später bewiesen die DSW-Frauen bei den Deutschen Meisterschaften im Rahmen der 1. Triathlon-Bundesliga ihre Klasse. Jule Behrens, Larissa Jasper, Lucie Kammer und Stefanie Walter lieferten ein geschlossen starkes Teamergebnis ab und belegten Rang sieben. Überragend präsentierte sich Jule Behrens. Mit Platz vier im Gesamtklassement und Silber in der U23-Wertung belohnte sich die Darmstädterin für ein starkes Rennen. Der erhoffte U23-WM-Startplatz blieb ihr zwar knapp verwehrt, doch die nächste Chance wartet bereits: Bei den Europameisterschaften in Polen in der kommenden Woche will sie das Ticket für die U23-Weltmeisterschaften lösen. Auch Larissa Jasper setzte ihren starken Lauf fort. Nach ihrer überzeugenden Leistung in der Mixed-Staffel erreichte sie als 17. bereits ihre zweite Top-20-Platzierung in dieser Bundesliga-Saison.


„Das war richtig stark“, lobte de Mas. „Larissa ist eine wichtige Säule unseres Teams. Innerhalb von sieben Tagen hat sie zwei richtig gute Bundesliga-Auftritte gezeigt. Das ist eine tolle Verstärkung für uns.“ Lucie Kammer belegte Rang 38, Stefanie Walter wurde 35. Trotz der guten Leistungen bleibt der Blick auf die Bundesliga-Tabelle angespannt. „Die Tabellensituation ist vertrackt. Wir stehen aktuell nur zwei Punkte über dem Abstiegsplatz. Jetzt müssen wir in den letzten beiden Rennen noch einmal alles investieren, um uns etwas Luft zu verschaffen und gar nicht erst in Schwierigkeiten zu geraten“, erklärte de Mas.

Für den emotionalen Höhepunkt des Wochenendes sorgten schließlich die Männer am Sonntag. Nach Fabian Krafts starkem zweiten Platz bei der Generalprobe in Tübingen eine Woche zuvor, gingen er, Luis Rühl, Lennart Sievers, Adrian Hausding und Bundesliga-Debütant Fynn Becker mit großen Ambitionen an den Start.
Luis Rühl bestätigte seine starke Form eindrucksvoll und erreichte mit Platz zwölf seine bislang beste Platzierung in der Triathlon-Bundesliga. Fabian Kraft kämpfte sich nach einem durchwachsenen Schwimmen noch auf Rang zehn vor. Lennart Sievers belegte Platz 33, Fynn Becker sammelte bei seinem Bundesliga-Debüt als 59. wertvolle Erfahrungen, Adrian Hausding wurde 68.


Als schließlich die Teamwertung feststand, war die Freude riesig: Rang drei bedeutete das erste Mannschaftspodest der Saison. „Das ist eine große und schöne Überraschung zum Abschluss dieses Wochenendes“, freute sich de Mas. „Dieses Podium zeigt, welches Potenzial in unserer Mannschaft steckt. Das gibt uns enorm viel Selbstvertrauen für die noch ausstehenden drei Saisonrennen.“

Bildquelle: DTU / Petko Beier, Noah Werner

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