Kalter See und heiße Waden beim Kinzigman: DSW12-Teams starten mit Doppel-Podium in die Hessenliga 2026
31/05/2026

Das könnte jetzt ein Standard-Bericht werden mit: Das Wetter war schön, wir waren ein gutes Team, der Wettkampf hat Spaß gemacht, wir wurden Dritter. Wer nicht weiterlesen möchte, das sind die Hardfacts.
Ganz so standardmäßig wurde es dann aber nicht …
Für die 4. und 5. Hessenliga ging es zum Kinzigman nach Langenselbold. Geplant war ein Team-Triathlon über die Sprintdistanz. Um die Teams gut nach der individuellen Leistungsklasse zu verteilen, trafen sich (fast) alle Starter ein Wochenende vorher beim Trainingswochenende im Nordbad beim Schwimmen und anschließend im Velodrom. Es wurden die Wechsel durchexerziert, Tipps und Tricks ausgetauscht und vor allem Teamfahren mit Kommandos geübt.
Gut gerüstet wurde sich dann um gottlose 6.50 Uhr mit Streichhölzern in den Augen am Nordbad getroffen, um gemeinsam mit dem Teambus nach Langenselbold zu tuckern.
Ein Kollege wurde noch auf dem Weg eingesammelt und wir haben uns auch nur einmal ein bisschen verfahren. Kleiner Tipp: Fahrtenbuch ausfüllen und navigieren kann um 7 Uhr schon mal Schwierigkeiten bereiten.
Nichtsdestotrotz sind wir alle rechtzeitig am Kinzigsee angekommen, um dann nach der offiziellen Temperatur-Messung, die schon stark antizipierte Bekanntmachung zu hören:
Schwimmen fällt aus!!! Die neue Kombination aus Wasserstemperatur (16°C) und Lufttemperatur (8°C) führte zu einem Schwimmverbot, dafür wird nach neuer Sportordnung ein Duathlon daraus: Run-Bike-Run (2-20-5 km).
Wir hatten zwar schon fast damit gerechnet, aber der Teufel ist ein Eichhörnchen und man weiß ja nie. Also schnell noch beim Umziehen unsere finale Renn-Taktik im Team besprochen:
- nicht zu schnell anlaufen
- auf der nassen Wiese in den Kurven aufpassen
- lieber auf dem Rad richtig Meter machen, wenn der schwächste Radfahrer rausplatzt, machen die 4 weiter
- Beim Laufen wird sich gegenseitig geschoben
Und wie so oft, hält so ein Plan genau bis zum Startschuss. Es knallt, man ist auf einmal das Reh im Wald, der Kopf ist leer und los geht’s erst mal mit 15s schneller als geplant. Da kommen dann so Gedanken wie: Man will ja heute was reißen und außerdem fühlt sich auch grad viel zu gut an.
Beim Laufen hatte sich kaum was sortiert, was zwangsläufig zu einem amtlichen Durcheinander in der Wechselzone führte. Unser Team ist aber gut durchgekommen (wer hätte gedacht, dass sich das Wechseltraining auch auszahlen kann) und hatte sich recht schnell auf dem Rad sortiert. Wir kamen als 5tes Team mit viel Potential nach vorn aus der Wechselzone. Dann ging es auch direkt los, der Zug musste Geschwindigkeit aufbauen. Die Augen auf dem Hinterrad des Vordermanns ging es nach Langenselbold. Am Schloss vorbei Richtung Gründau auf die Straße neben der Route66. Richtig viel von der Umgebung habe ich aber ehrlicherweise nicht mitbekommen.
Der erste Überholversuch der SG Elz/Limbach musste wegen einer Engstelle mit Überholverbot kurz verzögert werden, da ging dann einmal die Ziehharmonika auf und ich bin im Anschluss beim zweiten Überholmanöver gegen die Eintracht hart weg geplatzt, mit der Eintracht zwischen mir und meinem Team.
Also haben sich die verbleibenden starken 4 Waden auf die Reise gemacht und sind bis auf den 2ten Platz vorgefahren, wobei die restlichen Teams auch innerhalb der nächsten 40s in die Wechselzone kamen. Alle hatten vom Radfahren noch das sprichwörtliche Messer zwischen den Zähnen und es folgte der Laufkrimi.
Der DSW12 konnte fast alle Attacken abwehren und musste sich auf den abschließenden 5 km nur noch den Kasselern in einem packenden Laufduell geschlagen geben und kamen somit schlussendlich auf den dritten Platz.
In der 5. Hessenliga gab es um den DSW12 weniger Rennturbulenzen und das erste Laufen hatte das Feld schon gut auseinandergezogen, was den Wechsel entspannter machte. Das Team kam geschlossen auf das Rad und konnte ihren dritten Platz auf dem Rad halten. Keiner ist auf dem Rad weg geplatzt, es wurde stabil und konzentriert gedrückt. Das Rotieren funktionierte super.
Auf der Laufstrecke gab es kurz einen Schreckmoment, als der, der die meiste Radführung gemacht hatte einen kurzzeitigen Kolbenfresser bekam und als vierter nach hinten rausfiel, ohne dass es die anderen mitbekamen. Luft zum Rufen war nicht mehr da bzw. der Sauerstoff war sowieso knapp und fehlte zum Denken im Kopf.
Glücklicherweise kam ich aus der 4. HL gerade von hinten angelaufen und stellte mir dann die Frage, ob ich ihn wohl schieben dürfte … habe mich aber dagegen entschieden, um unnötige DQF’s zu verhindern. So konnte ich ihm wenigstens Windschatten und etwas Motivation geben, bis wir wieder aufgeschlossen hatten. Den Rest wurde er dann von seinen Teamkameraden bis ins Ziel auf den dritten Platz gedrückt.
Zusammenfassend ein dufter Auftakt in die Wettkampfsaison für 2026.
Geschrieben von David Krauß
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