Larissa Jasper in unserem Interview auf Youtube – Von der Altersklassen-Weltmeisterin zur Profi-Triathletin
10/04/2026
Nach ihrem Altersklassen-Weltmeistertitel beim Ironman 70.3 in Marbella hat Larissa Jasper den nächsten Schritt gewagt: Sie startet jetzt als Profi. Ihr Ziel für 2026 ist klar – im Profifeld Fuß fassen, Erfahrungen sammeln und gleichzeitig mit dem DSW-Team in der Bundesliga angreifen.

Seht euch das Video in unserem Youtube-Channel an:
https://www.youtube.com/watch?v=nfIBOCI5YVA
Interview: Uwe de Mas
Kamera: Lothar Rößling
Bei mir unser DSW-Neuzugang Larissa Jasper. Larissa, schön, dass du bei uns bist. Ganz am Anfang der Elefant im Raum: Letztes Jahr in Marbella bist du Ironman-70.3-Weltmeisterin deiner Altersklasse geworden. Nimm uns doch mal ein bisschen mit, wie das Rennen so für dich war.
Das Rennen war schwierig am Anfang. Ich kam in Marbella an und hatte erst mal einen Defekt an meinem Fahrrad. Ich bin einmal gefahren und dann hatten sich die Kabel aus meiner Junction gelöst und dann wurde mein Rad noch mal komplett auseinandergebaut. Ich war zum Glück schon eine Woche vorher da, so hatte ich Zeit, das noch zu fixen. Meine Familie kam erst eine Woche später, also erst Donnerstag vor dem Rennen. Ich war am Anfang direkt in Marbella, um ein Schwimmbad in der Nähe zu haben, und habe mich da leider nicht so wohl gefühlt. Zum Glück waren dann irgendwann Freunde aus Berlin da, die auch in der Nachbarschaft gewohnt haben, aber am Anfang war es eher schwierig. Aber am Tag des Rennens war es dann perfekt. Ich bin Donnerstag umgezogen zu meiner Familie und von da an hatten wir auch ein schönes Haus und man hat sich wohl gefühlt. Ja, und das Rennen: Wir sind als dritte Welle gestartet in meiner Altersklasse. Dadurch war es beim Schwimmen einfach nur eine Prügelei und man ist noch durch viele Brustschwimmer durchgeschwommen. Ich kam dann als 19. aus dem Wasser, da haben alle erst mal gedacht: Okay, das wird wohl eher nichts, weil ich mir ja schon die Top Five als Ziel gesetzt hatte. Beim Radfahren habe ich dann gut aufholen können, bin mit der Ersten zusammen vom Rad gekommen. Der Nachteil: Die Wechselzone war in der Tiefgarage und unten war ein medizinischer Notfall, so konnte ich nicht in meine ausgezählte Reihe laufen. Bin dann anders reingelaufen in die Wechselzone und habe erst mal meinen Fahrradplatz gesucht. Das hat ein bisschen länger gedauert, die Erste war dann, glaube ich, 1:20 Minuten vor mir aus der Wechselzone raus, obwohl wir zusammen reingefahren sind. Ja, aber beim Laufen lief dann alles, also angelaufen und irgendwie ging es dann einfach gut und ich konnte das Tempo halten.
Ja, und du bist Weltmeisterin in deiner Altersklasse geworden, toller Erfolg! Was hat sich denn seitdem so für dich verändert?
Tatsächlich hat sich mittlerweile ziemlich viel verändert. Ich arbeite jetzt nur noch 30 Stunden und ich habe eine Profi-Lizenz gezogen, bin also jetzt als Profi am Start.
Du bist also jetzt Profi-Triathletin. Was bedeutet das denn für dich bzw. wie wird man eigentlich Triathlon-Profi?
Ja, werden kann das, glaube ich, jeder, man kauft die Lizenz. Ich glaube, da gibt es auch viele, die gerade als Profi starten, die vom Leistungsniveau eigentlich gar keine Profis sind. Für mich geht so ein bisschen ein Traum in Erfüllung. Ich glaube, als Altersklassen-Athletin habe ich jetzt alles mitgenommen und alles erreicht, jetzt mal gucken, wie weit man noch bei den Profis kommt.
Ja, sehr schön. Hast du schon eine grobe Saisonplanung fürs Jahr 2026 und was sind deine Ziele im Profifeld?
Also im ersten Jahr auf jeden Fall erst mal im Profifeld etablieren und ich glaube tatsächlich, dass man erst mal ziemlich viel lernen muss, auch die Renndynamik. Es ist ja nicht mehr so wie bei den Altersklassen-Rennen, dass man sich beim Schwimmen erst mal durchprügelt. Mein Ziel ist es schon, in der Gruppe zu schwimmen und dann mit denen mit Abstand auf dem Rad in der Gruppe zu fahren und nicht wie jetzt, durch die Altersklassen-Athleten immer weiter nach vorne zu fahren. Da ist, glaube ich, aber auch die Renndynamik, wie gesagt, eine ganz andere. So war es auch letztes Jahr beim Wechsel von der zweiten in die erste Bundesliga.
Und die Saison ist schon jetzt grob geplant?
Zum Glück kann man sich ja relativ spontan anmelden, aber ich habe meine Planung gemacht, starte vielleicht schon im April. Habe aber auch erst mal alle Bundesliga-Rennen mit eingeplant, da kann man mich flexibel einsetzen.
Das freut mich und uns natürlich sehr! Stichwort Bundesliga-Rennen: Dein Fokus ist jetzt natürlich als Profi-Triathletin definitiv bei den 70.3-Rennen, bei denen du am Start stehen wirst. Welchen Stellenwert hat dann die Bundesliga noch für dich?
Als Profi auf der Mitteldistanz ist Triathlon schon wirklich ein Einzelsport, finde ich. Aber ja, viele wissen, ich komme vom Fußball, und als Team starten ist immer toll. Deshalb sind die Bundesliga-Rennen für mich immer ein kleiner Ausflug mit einem Team und da interessiert nicht unbedingt die Einzelleistung. Man freut sich jetzt nicht unbedingt, dass man Fünfter wird, sondern vielleicht eher, dass man Platz 5, 7, 12, keine Ahnung macht und dann zusammen Platz 3, Platz 4 in der Bundesliga. Also das ist schon noch mal ein Unterschied und der Teamgedanke ist mir da sehr wichtig.
Ja, sehr schön. Steht für dich als 70.3-Profi dann auch irgendwann mal das Thema Ironman-Langdistanz an?
Ja schon, aber ich glaube, dieses Jahr noch nicht. Also ich glaube, dieses Jahr ist es noch zu früh dafür, aber mal gucken – auf Dauer auf jeden Fall.
Diesen Beitrag teilen …




